Ernte & Fest – Jugendcamp
Was war unser Antrieb?
In den Nachrichten übertrumpfen sich die Botschaften über Kriege, Lügen und Klimakatastrophe in ihrer Grausamkeit. Es fällt schwer, in dieser Zeit als junger Mensch hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. „Was kann man dem schon entgegensetzen?“
Wir sind der Überzeugung, dass Einzelne etwas bewegen können. Und wenn sich Menschen zusammentun, können sie wirklich etwas verändern. Häufig sind die Ergebnisse von politischem Engagement jedoch schwer greifbar. Wir möchten jungen Menschen die Möglichkeit geben, in die Selbstwirksamkeit zu kommen. Mit den eigenen Händen etwas für die Natur zu tun und das Geschaffene wirksam werden sehen. Sich zu erinnern, wofür es sich zu kämpfen lohnt: Ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Natur!
Was haben wir gemacht?
Das größte Projekt war die Anlage eines Teiches auf der Streuobstwiese, der Lebensraum für viele Tiere und Insekten bieten soll. Angesichts des Klimawandels erscheint es uns wichtig, Lebensräume resilienter zu gestalten. Dazu gehört auch, dass auch während Trockenperioden noch Wasser in der Landschaft für Tiere zu finden ist. Während Starkregenzeiten kann der Teich als Rückhaltebecken dienen und somit vor Überschwemmungen schützen.
Wir haben eine schon bestehende Mulde mit Hilfe von einem Bagger ausgehoben und die Form händisch perfektioniert. Dann kam die große Aufgabe: Das Verdichten. Jedes Paar Füße war gefragt, um Schicht um Schicht den Lehmboden fest zu trampeln. Als dieser Schritt geschafft war, haben wir einen Steg aus Sandsteinstehlen und Holz gebaut, eine Natursteinmauer an eine Seite gesetzt und den Wall um den Teich mit selbstgeschnittenen Frischholzhäckseln gemulcht.
Außerdem haben wir eine Benjeshecke und eine Trockensteinmauer angelegt, um Insekten und anderen Tieren Nistmöglichkeiten und Rückzugsorte zu schaffen.
Wie haben wir das umgesetzt?
Wir waren eine Gruppe von Jungen Menschen im Alter von 17- 30 Jahren. Eine Woche lang haben wir auf dem Gelände um das Bienenhaus gezeltet. Wir haben Hand in Hand gearbeitet, täglich bestes Essen gekocht, an unseren Projekten gearbeitet und uns ausgetauscht.
In der Mitte unserer Woche haben wir unseren Kreis geöffnet und Vereinsmitglieder eingeladen mit uns am Teich zu werkeln und Äpfel auf der Streuobstwiese zu ernten um eigenen Saft zu pressen. Zum Abschluss gab es frischen Apfelsaft und heiße selbstgebackene Pizza aus dem Steinofen.
Und wie sieht es Heute aus?
Nicht einmal ein Jahr später tobt der kleine Teich vor Leben. Die Bienen sammeln frisches Trinkwasser, im Wasser tummeln sich hunderte Kaulquappen, dutzende Molche, Frösche und Kröten. Durch die Luft schwirren Libellen. Im Frühling wurden verschiedenste heimische Teich- und Feuchtpflanzen angesiedelt und auf dem Trockenbeet Kräuter angepflanzt.